Hugo Portisch Was jetzt

Ein sehr gut geschriebenes Buch von Hugo Portisch. Die Welt ist aus den Fugen. Die Lage ist ernst. Die Frage scheint berechtigt: Ist Europa noch zu retten? Unsere Währung, der Euro? Und wer eigentlich hat diese EU erfunden? Wer und weshalb? Ist man uns da nicht eine Menge Antworten schuldig geblieben?

Die Frage stellt sich auch Hugo Portisch. Aber er kennt die Antworten und bleibt sie uns nicht schuldig.

Besonders beeindruckt hat mich die komprimierte Darstellung unserer Geschichte, in der wir bereits zweimal eine Finanzkrise durchlaufen haben.

Im Jahr 1922 rutschte die aus dem Kaiserreich herausgeschälte Republik Österreich in eine schwere Finanzkrise. Die Republik Österreich war pleite. Der damalige Bundeskanzler Ignaz Seipel reiste nach Genf zum Völkerbund und bat die Weltgemeinschaft um Hilfe. Der Völkerbund war bereit eine großzügige Anleihe zu gewähren, einen Rettungsschirm im Ausmaß von 880 Millionen Goldkronen. Das Geld kommt von den großen banken, die Staaten übernehmen ihnen gegenüber nur die Garantie.

Der erste Rettungsschirm des Völkerbundes hat nicht gereicht, Österreich aus der Pleite zu bringen. 1932 musste der Völkerbund einen zweiten Rettungsschirm aufspannen, eine Anleihe in der Höhe von weiteren 300 Millionen Schilling mit einer Laufzeit von 20 Jahren.

Die Folgen der strangulierenden Bedingungen der Völkerbund-Anleien waren verheerend und trugen wesentlich dazu bei, dass sich die Gegensätze zwischen politischen Lagern verschärften. 1934 kam es dann zum Bürgerkrieg.

Die offenen Zahlungen für die Anleihe wurden bis zum Jahr 1973 weitgehend getilgt uns der Rest 1980 beglichen. Es hat zwar fast 60 Jahre gedauert , aber keiner der Gläubiger hat draufgezahlt.

Im Hinblick auf die aktuelle Finanzkrise und die Diskussion über Grichendland, Itlien u.s.w sollten wir uns das wieder in Erinnerung rufen.

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